Spanisches Dorf feiert Neujahr schon um 12 Uhr mittags

Im Dorf Villar de Corneja in Spanien ist es für die Einwohner bereits 2019: Sie feiern den Jahreswechsel traditionell schon um 12 Uhr Mittags. Das hat einen ganz pragmatischen Grund.

Es ist schon eine Tradition: Auch in diesem Jahr hat das spanische Dorf Villar de Corneja den Beginn des neuen Jahres bereits um 12 Uhr Mittags am Silvestertag gefeiert. Rund 70 Bewohner und Besucher wünschten sich auf dem Hauptplatz ein frohes neues Jahr.

Der spanischen Silvester-Tradition folgend aßen alle kurz vor dem „Jahreswechsel“ zu zwölf Glockenschlägen des Rathausturmes jeweils eine Weintraube. (Lesen Sie hier, mit welchen Bräuchen Silvester rund um die Welt gefeiert wird.)

Der Grund für die frühe Silvesterfeier: Die 37 Bewohner haben ein sehr hohes Durchschnittsalter und wollen auch am 31. Dezember um Mitternacht längst im Bett sein. Der Jahreswechsel wird in dieser Gemeinde etwa 150 Kilometer westlich von Madrid daher schon seit 2004 um zwölf Uhr mittags gefeiert.

Bett statt Böller, Apfelwein statt Sekt

Das Durchschnittsalter der Bewohner liege bei über 80 Jahren, sagte Bürgermeisterin Carmen Hernández im Interview des Radiosenders Cope. Um Mitternacht sei es unter anderem zu kalt, um die älteren Menschen vor der Rathausuhr zu versammeln. Hernández hatte sich deshalb vor 14 Jahren die ungewöhnliche Aktion ausgedacht. Wegen des hohen Durchschnittsalters begrüße man das neue Jahr auch nicht mehr mit Sekt, sondern mit Sidra-Apfelwein, sagte sie.

Villar de Corneja leidet seit Jahrzehnten, wie unzählige andere Dörfer Spaniens, unter der Landflucht. Jüngere Menschen ziehen in die Ballungsräume, die Geburtenraten sinken gen Null. Das Dorf hatte in den 1950er Jahren noch rund 350 Einwohner. Da es 2018 vier Todesfälle gab, hat die Gemeinde im Vergleich zu 2017 statt 41 nur noch 37 Bewohner, von denen nur 13 ständig dort leben.

„Wir werden den Jahreswechsel auch in Zukunft mittags feiern, bis das Dorf nicht mehr existiert“, sagte Hernández.