Spanien stellt Kokain-U-Boot sicher

Lange galt es in Spanien als Legende: U-Boote, die Drogen aus Südamerika nach Europa schmuggeln. Jetzt gelang es der Polizei erstmals, genau solch ein Boot sicherzustellen.

Südamerikanische Drogenbarone, die ihre Ware mit einem U-Boot nach Europa bringen lassen – über Jahre war das eine Legende unter spanischen Polizisten. Nun wurde daraus Wirklichkeit. Die Beamten spürten das Drogen-U-Boot an der Küste Galiciens im Nordwesten Spaniens auf. Vorausgegangen waren gemeinsame Ermittlungen der spanischen und der kolumbianischen Polizei.

Das U-Boot ist 22 Meter lang, gebaut worden sein soll es in Guyana, einem Nachbarland von Venezuela. An Bord stellten die Beamten 3000 Kilogramm Kokain aus Kolumbien sicher – etwa ein Zehntel der Menge, die spanische Ermittler im gesamten vergangenen Jahr aufgespürt hatten.

Ein Crew-Mitglied auf der Flucht

Die Polizei geht davon aus, dass das U-Boot einem mächtigen Drogenkartell gehört: Der Wert des Schiffs wird auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Drei Ecuadorianer steuerten das U-Boot, zwei wurden festgenommen, der dritte konnte flüchten.

Das Drogen-U-Boot in Galicien ist das erste dieser Art, das wissentlich Europa erreicht hat. In Kolumbien hatte es ein ähnliches Boot zu Zeiten des Drogenbarons Pablo Escobar gegeben: Es war elf Meter lang und wurde in den 1990er-Jahren in einem Fluss mitten im kolumbianischen Dschungel gefunden.