Caro-Kaffee geht nach Portugal

Zwei Traditionsmarken finden immer weniger Absatz: Caro-Kaffee und Maggi. Hersteller Nestlé streicht Hunderte Stellen und schließt das Caro-Werk Ludwigsburg. Der Kaffee wird künftig in Portugal produziert.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé streicht Hunderte Stellen. Die Folge: Das traditionsreiche Caro-Kaffee-Werk in Ludwigsburg sowie ein Labor in Weiding werden geschlossen, zwei weitere Standorte umstrukturiert.

Caro-Kaffee, ein aus Getreide hergestellter Ersatzkaffee, findet immer weniger Käufer. Dabei haben das Getränk und der Standort in Baden-Württemberg Tradition: In Ludwigsburg wurde seit 1828 Kaffee hergestellt. Der Kolonialwarenhändler Johann Heinrich Franck hatte als erster im großen Stil den Landkaffee aus Gerste, Malz und Roggen mit der Zichorie-Pflanze produziert. Seit 1954 existierte die Marke Caro, seit 1971 wurde sie weltweit vertrieben, teilweise unter anderem Namen. Der Kaffee soll künftig in Portugal hergestellt werden.

Auch Maggi hat weniger Fans

„Angesichts veränderter Ernährungs- und Konsumgewohnheiten“ gebe es auch Einschnitte bei der Produktion von Maggi im nordrhein-westfälischen Lüdinghausen. Darüber hinaus werde auch das Werk im bayerischen Biessenhofen neu aufgestellt.

Das Unternehmen betont, es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die betroffenen Mitarbeiter könnten in eine Transfergesellschaft wechseln. Außerdem biete der Konzern Abfindungen, Weiterbildungen sowie Altersteilzeit.

Weniger Instantkaffee, mehr Schokolade

Nestlé hatte Ende 2017 bereits sein Nescafé-Werk in Mainz geschlossen. Dagegen investierte das Unternehmen in das Schokoladenwerk in Hamburg und in die Produktion von Aufbaunahrung in Osthofen nahe Worms. Nestlé beschäftigt insgesamt 10.500 Mitarbeiter in Deutschland.