5G-Netzausbau: Telefónica fordert „vernünftige“ Regeln

Barcelona. Für den zügigen Ausbau der neuen Mobilfunkgeneration 5G hat Telefónica-Chef José María Álvarez-Pallete an die Politik in Europa appelliert, vernünftige und fördernde Maßnahmen zu ergreifen.

Er forderte die Regierungen auf, die Frequenzen unter „vernünftigen“ Regeln und für längere Zeiträume zuzuweisen. Er hoffe, dass Kommission und Parlament der EU sowie die Regierungen „die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen zu ihrer obersten Priorität machten, sagte der Manager auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

„Sagt die Wettbewerbstheorie, dass Europa einen Mobilfunkbetreiber pro 1 Million Bürger in Europa braucht?“, fragte Álvarez-Pallete rhetorisch In Deutschland waren Telefónica, Vodafone und die Deutsche Telekom vor der Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen vor Gericht gezogen.

Sie kritisieren bei den Vergaberegeln für die Auktion zu 5G unter anderem, dass für Neueinsteiger im Markt geringere Auflagen gelten sollen. Neben den großen drei Mobilfunkkonzernen will auch der Internetkonzern Drillisch 1&1 mitbieten, der aber noch über kein Netz verfügt. Telekom, Vodafone und Telefónica fordern deshalb Investitionssicherheit beim Ausbau ihrer Netze.

Zugleich appellierte Álvarez-Pallete an die Verantwortung von Wirtschaft und Gesellschaft, einen ethischen und transparenten Umgang mit Daten zu ermöglichen.

Der Telekommunikations-Branche komme inzwischen eine Schlüsselrolle, er sein ein „unverzichtbarere Bestandteil des Lebens der Menschen geworden“. Der Datenverkehr nehme rasant durch neue Technologien und Dienstleistung zu. Álvarez-Pallete forderte deshalb eine neue digitale Rechtsgrundlage (Digital Bill of Rights), die die Grundrechte in einer digitalen Zukunft für alle Bürger festlegt.