(dpa) - Die italienische Fluglinie Alitalia verbietet Samsungs Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 auf allen Flügen. Ab sofort dürfe das Telefon auch nicht mehr in die Kabine mitgenommen werden, teilte das Unternehmen am Samstag mit. Bisher durften Fluggäste das Samsung noch als Gepäckstück einchecken, das ist nun vorbei. Das Telefon, das immer wieder Feuer gefangen hatte, ist zuvor von den US-Behörden aus Flugzeugen in den Vereinigten Staaten verbannt worden.
Palma de Mallorca (dpa) - Die Hoteliers von Mallorca wollen die in diesem Sommer auf den Balearen eingeführte Touristensteuer kippen. Der Hotelierverband der spanischen Ferieninsel (FEHM) legte nach eigenen Angaben am Freitag beim Oberlandesgericht in Palma de Mallorca eine Beschwerde gegen die umstrittene «Ökotaxe» ein. FEHM-Präsidentin Inmaculada Benito hatte mehrfach geklagt, die Maßnahme werde der Wettbewerbsfähigkeit der Balearen als Touristenziel schaden.

Seit dem 1. Juli müssen Besucher auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera tiefer in die Tasche greifen. Je nach Art der Herberge werden pro Person und Nacht zwischen 0,50 und 2,00 Euro fällig. In der Nebensaison wird der Betrag halbiert. Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren sind von der Abgabe befreit.

Auch Passagiere von Kreuzfahrtschiffen sind betroffen. Theoretisch muss die Abgabe auch von Urlaubern bezahlt werden, die Privat-Wohnungen oder -Häuser mieten. Die meisten dieser Immobilien sind allerdings nicht als Ferienunterkunft angemeldet.

Die Einführung der neuen Abgabe war vom Parlament der Balearen im Frühjahr beschlossen worden. Das Geld - es werden Einnahmen von bis zu 80 Millionen Euro pro Jahr erwartet - will die linke Regionalregierung in erster Linie für Umweltschutz und zur Förderung des nachhaltigen Tourismus verwenden.
Palma de Mallorca (dpa) - Zwei Wochen nach der Einführung einer umstrittenen Touristensteuer auf Mallorca ist bei den Behörden der spanischen Ferieninsel nur eine einzige offizielle Beschwerde eingegangen. Etwa eine Million Urlauber hätten die Abgabe anstandslos bezahlt, berichtete die Zeitung «Diario de Mallorca» am Donnerstag. Die einzige Klage stammte weder von einem deutschen noch von einem britischen Touristen, sondern von einem Spanier.

«Wir hatten unseren Urlaub im März gebucht, und niemand hat uns (über die Abgabe) informiert», schrieb der spanische Urlauber demnach in seiner Beschwerde. Er sehe in der Steuer einen Verstoß gegen das Recht auf Freizügigkeit.

Seit dem 1. Juli müssen Urlauber auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln eine Abgabe zahlen, die je nach Art der Herberge zwischen 0,50 und 2,00 Euro pro Person und Nacht beträgt. Zusätzlich werden zehn Prozent Mehrwertsteuer erhoben. In der Nebensaison wird der Betrag halbiert. Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren sind von der Abgabe befreit. Auch Passagiere von Kreuzfahrtschiffen müssen die Steuer zahlen.
Über das Wasser wandeln: Seit dem Morgen sind die spektakulären «Floating Piers» (schwimmenden Stege) des Künstlers Christo im lombardischen Iseo-See für das Publikum zugänglich. Der Andrang war gleich nach Öffnung der Stege groß.

Sulzano (dpa) - Über das Wasser wandeln: Seit Samstagmorgen sind die spektakulären «Floating Piers» (schwimmenden Stege) des Künstlers Christo im lombardischen Iseo-See für das Publikum zugänglich. Der Andrang war gleich nach Öffnung der Stege groß.

Christo und sein Team hatten 220 000 Schwimmwürfel aus Kunststoff zusammengeschraubt und dann mit einem dahliengelb-schimmernden Polyamidgewebe überzogen. Die Stege sind drei Kilometer lang und 16 Meter breit und wurden von Tauchern mit 190 tonnenschweren Ankern auf dem Grund des Sees befestigt. Sie verbinden den Ort Sulzano auf dem Festland mit der Insel Monte Isola und von dort mit dem kleineren Eiland San Paolo. Bis zum 3. Juli werden rund eine halbe Million Besucher erwartet.

Christo ist für spektakuläre Großprojekte und Verhüllungsaktionen weltweit bekannt. So hatte er gemeinsam mit seiner 2009 gestorbenen Frau Jeanne-Claude 1995 den Berliner Reichstag verhüllt.
Von Stephanie Schuster, dpa Mallorca biete ja nicht nur Sonne und Strand, betonen Politik und Tourismusbranche seit Jahren. In diesem Winter war die Insel bei den Urlaubern so gefragt wie nie - das hat allerdings auch Schattenseiten.

Palma de Mallorca (dpa) – Die Woche Wanderurlaub, die Norbert und Marianne Hofmann Anfang Mai auf Mallorca verbrachten, war traumhaft. «Aber wir hätten nicht gedacht, dass es hier in den Bergen so voll ist», sagt das Paar aus Nordrhein-Westfahlen, das die Insel zum ersten Mal bereiste. Die Serra de Tramuntana, deren höchster begehbarer Gipfel immerhin 1365 Meter hoch ist und die 2011 zum Unesco-Welterbe erklärt wurde, ist längst nicht mehr nur bei Einheimischen beliebt. Immer mehr Touristen entdecken den Reiz von Mallorcas Bergwelt für sich – doch so viel Andrang wie im vergangenen Winter und Frühjahr herrschte bisher kaum.

«Man merkt, dass in anderen Ländern Krieg ist», sagt Wanderführer Salvador Suau aus dem Bergstädtchen Sóller. Schon im Februar, einem sonst recht verschlafenen Monat, sei richtig viel los und sein Terminkalender entsprechend gut gefüllt gewesen. Die fünf Wanderherbergen, die Mallorcas Inselrat verwaltet, waren fast durchgehend ausgebucht. «Absoluter Rekord», sagt die zuständige Pressesprecherin Alicia Torrandell. Zwischen Januar und Mai habe man mit knapp 16 000 Übernachtungsgästen rund ein Viertel mehr verbucht als im selben Zeitraum des Vorjahres. Sogar im Juni, wo es eigentlich schon zu warm wird zum Wandern, lägen die Belegungs- und Reservierungszahlen deutlich über dem Durchschnitt.

Über eine außergewöhnliche Bilanz freuen sich auch die Anbieter von Radreisen und geführten Radtouren. «Im März war auf der Insel kein einziges Rad mehr übrig», sagt Thommy Knaf von «Philipp's Bike Team». Zu den bis zu 10 000 mallorcaweit verfügbaren Leihrädern seien außerdem Tausende Fahrer hinzuzurechnen, die ihr eigenes Rad mitgebracht hätten. Verantwortlich für den großen Andrang ist Knaf zufolge aber nicht nur der seit Jahren anhaltende Radsport-Boom auf Mallorca, sondern auch die politische Situation in der Türkei, die bei Radurlaubern in der Vergangenheit sehr beliebt gewesen sei.

Kein Wunder also, dass die Statistik über die Touristenzahlen insgesamt ein dickes Plus aufweist: 1,44 Millionen ausländische Besucher wurden im ersten Quartal 2016 auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln gezählt – und damit knapp 22 Prozent mehr als im Vorjahr. «Das ist eine gute Nachricht, dafür kämpft die Politik schon seit Jahren», sagt Pilar Carbonell, die Nummer 2 im balearischen Tourismusministerium. Natürlich weiß auch sie, dass die politischen Konflikte in anderen Urlaubsregionen Mallorca in diesem Jahr in die Hände spielten. Ebenso der ausgesprochen milde Winter. «Das gute Wetter war sicher für viele Kurzentschlossene ausschlaggebend.» Eine Rolle gespielt habe aber auch das verbesserte Flugangebot in den Wintermonaten.

Seit im Tourismusministerium die links-ökologische Partei Més das Sagen hat, macht man sich vermehrt Gedanken um die Belebung der Nebensaison. Man will schließlich vom ewigen Image der Sonnen- und Partyinsel wegkommen. Und vor allem sollen die Urlaubermassen besser übers Jahr verteilt werden, um den Tourismus verträglicher und nachhaltiger zu gestalten.

Dass dadurch nach der Küste auch die Bergwelt zunehmend von Touristen in Beschlag genommen wird, ist Carbonell durchaus bewusst: «Es ist wichtig, dass wir die Serra de Tramuntana haben, aber wir brauchen nun auch klare Regeln und Naturschutzpläne.» Das Umweltministerium arbeite bereits an einem Auflagenkatalog für die Serra und andere Schutzgebiete. «Ich denke, da finden sich Lösungen», sagt Carbonell. Zumal Wander- und Natururlauber sich in der Regel sehr respektvoll verhielten.

Wanderführer Salvador Suau hingegen ist weniger optimistisch: Den Unesco-Titel habe die Tramuntana wegen ihrer gut erhaltenen Naturlandschaft verliehen bekommen, sagt er. «Doch um die ist es inzwischen schlecht bestellt.» Außerdem sei das Gedränge auf manch klassischer Wanderrouten, von Deià nach Port de Sóller etwa, mittlerweile unangenehm groß. «Wer in den Bergen Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, wird hier arg enttäuscht», sagt der Mallorquiner, der die Serra seiner Kindheit nicht mehr wiedererkennt.

Weil die Politik seiner Meinung nach seit Jahren untätig zuschaue, hätten manche Eigentümer – Mallorcas Berge befinden sich zu über 90 Prozent in Privatbesitz – inzwischen die Notbremse gezogen und die über ihre Grundstücke führenden Wege kurzerhand gesperrt.

Dass die Wandererströme begrenzt oder zumindest besser kontrolliert werden müssen, finden auch die Initiatoren des vor zwei Jahren ins Leben gerufene und bislang einzigartigen Projekts «Muntanya del Voltor». Auf einem 300 Hektar großen Areal oberhalb von Valldemossa kümmert sich eine private Umweltschutzstiftung um das Aufforsten der Steineichenwälder sowie das Reinigen und Instandsetzen der Wege.

Aufgrund des großen Andrangs – zwischen Oktober 2014 und 2015 zählten die Projektmitarbeiter in dem beliebten Wandergebiet mehr als 45 000 Menschen – ist der Zugang inzwischen begrenzt. Passieren darf nur mehr, wer Mitglied in einem mallorquinischen Wanderverein ist oder sich zuvor telefonisch angemeldet hat, erklärt Bernd Hagemüller. «Das klappt inzwischen sehr gut, die Leute zeigen nicht nur Verständnis, sondern auch Interesse für unsere Arbeit.»