Mailand (dpa) – Die Frau schmückt sich im Frühjahr und Sommer 2017 mit fremden Federn - so stellt es sich zumindest Miuccia Prada vor. Italiens wichtigste Trendsetterin zeigte ihre wie immer mit Hochspannung erwartete Kollektion am Donnerstagabend anlässlich der bis Montag laufenden Mailänder Designerdefilees.

Federn in unterschiedlichen Farben zierten viele der neuen Prada-Outfits: die Säume der Kombinationen im Pyjama-Stil, den über der Bluse getragenen BH, die Schlitze der Röcke und selbst einige Schuhe. Retro-Grafik und poppige Blüten dominieren das Musterbild. Die Models trugen gedeckte Farben, Karo-Muster und Pullunder über Blusen.

Auch Fendi zeigte in Mailand seine neue Kollektion: Von mädchenhaften Romantikkleidern bis zu voluminösen Hosen und Blazern mit großen aufgesetzten Taschen. Und schließlich schwelgt das römische Modehaus in opulenten Stoffen mit floralen Mustern. Das Basiselement der neuen Looks ist oft ein quergestreifter, kurzer Strickpulli. Die Farbpalette, auf die das Fendi-Kreativduo Karl Lagerfeld und Silvia Venturini Fendi zurückgreift, umfasst Sorbet-Töne wie Apricot und Mint mit kräftigen Akzenten in Scharlachrot.
Madrid (dpa) - Der spanische Verbraucherschutzorganisation OCU hat wegen des Abgasskandals bei Volkswagen eine Sammelklage gegen den deutschen Autobauer eingereicht. Die Klage sei beim Handelsgericht in Madrid eingegangen, teilte OCU am Dienstag mit. Rund 4000 vom Skandal betroffene Menschen hätten sich bereits der Schadenersatzforderung angeschlossen. Der Verband übernehme für die Geschädigten alle Gerichts- und Anwaltskosten, hieß es.

VW müsse die begangenen Fehler einräumen, innerhalb eines Monats die betroffenen Fahrzeuge reparieren und jeden einzelnen Geschädigten mit mindestens 2000 Euro entschädigen, fordern die Verbraucherschützer. Der Sammelklage können sich noch weitere Betroffene anschließen.

Erst vor eineinhalb Wochen hatte die spanische Justiz wegen des Skandals um manipulierte Emissionswerte bei Dieselwagen Ermittlungen gegen den VW-Konzern eingeleitet. Der Richter Ismael Moreno vom Nationalen Gerichtshof in Madrid erklärte, die Volkswagen AG stehe im Verdacht des Betrugs, des Subventionsbetrugs und des Verstoßes gegen die Umweltgesetze.
«Der Körper, das Herz und der Kopf von Neapel»: Das ist Sophia Loren nach den Worten des Bürgermeisters der süditalienischen Stadt.

Rom (dpa) - «Der Körper, das Herz und der Kopf von Neapel»: Das ist Sophia Loren nach den Worten des Bürgermeisters der süditalienischen Stadt. Die Schauspielerin ist am Samstag zur Ehrenbürgerin von Neapel ernannt worden. «Es ist nicht leicht, heute zu sprechen. Ich fühle so viel Liebe», sagte Loren laut Nachrichtenagentur Ansa. Die 81-Jährige ist bei Neapel aufgewachsen. Viele ihrer Filme spielen auch in der Stadt.

«La Loren» wurde gleichzeitig zur Krippenfigur - mit charakteristischem tiefem Dekolleté. Krippenbauer Genny Di Virgilio gab bekannt, die Diva fände die Figur «bellissima». Die Krippenkunst hat in Neapel eine lange Tradition.
Von Miriam Schmidt, Jens Marx und Florian Lütticke, dpa Mit seinen zwei Treffern gegen Deutschland machte Antoine Griezmann die EM endgültig zu seinem Turnier. Cristiano Ronaldo entschied das Halbfinale gegen Wales. Im EM-Endspiel von Saint-Denis wird nun auch das Duell der Stars von Frankreich und Portugal entscheidend sein.

Saint-Denis (dpa) - Vor sechs Wochen im Champions-League-Finale standen sich Antoine Griezmann und Cristiano Ronaldo schon einmal gegenüber. Damals konnte Ronaldo nach dem Elfmeterschießen mit Real Madrid jubeln, Atléticos Griezmann schoss während der Partie sogar einen Strafstoß an die Latte. Nun kommt es im Endspiel der Fußball-EM im Stade de France zwischen Frankreich und Portugal erneut zum Duell der beiden Superstars. Ein Vergleich:

ERFOLGE: GRIEZMANN: Der 25-Jährige hat da nicht viel vorzuweisen. Als Atlético Madrid vor zwei Jahren zuletzt spanischer Meister wurde, spielte er noch für Real Sociedad San Sebastian. Bei den beiden Spielen um den Supercup gegen Real war Griezmann nach seinem Wechsel im Sommer 2014 dabei - sein bislang einziger Titel. Zuletzt Champions-League-Finale.

RONALDO: Im Verein und auf individueller Ebene hat er schon fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Ronaldo holte drei Titel in der Champions League, war zudem spanischer und englischer Meister sowie Sieger der Club-WM. Dreimal wurde er zum Weltfußballer gewählt, fünfmal eroberte er die Torjägerkanone in der Champions League.

STÄRKEN: GRIEZMANN: Schneller Antritt, kopfballstark, obwohl mit 1,75 Metern nicht unbedingt ein Fußball-Riese. Ist flink, wendig. Er kann dribbeln. Macht es aber gar nicht so oft. Glänzt auch als Vorbereiter. Griezmann antizipiert gut, wie beim zweiten Tor gegen Deutschland, erkennt blitzschnell Situationen.

RONALDO: Technisch stark, athletisch und unglaublich kopfballstark: Ronaldo ist einer der besten Spieler der Geschichte. Zudem hat der Portugiese einen guten Schuss und enormen Ehrgeiz. Ronaldo will immer der Beste sein, immer gewinnen. Ist zudem ein absoluter Profi, lebt für seinen Sport.

SCHWÄCHEN: GRIEZMANN: Er ist nicht unbedingt einer, der für die Defensivarbeit geboren ist. Spielt er ganz vorne drin, kann er seinen Speed auch nicht ausspielen. Bei dieser EM schien ihn zudem zu Beginn die lange Saison mit den meisten Einsätzen aller EM-Spieler noch zu bremsen. Griezmann überstand aber auch diese kleine Schwächephase.

RONALDO: Oft zu eigensinnig, anstatt den besser postierten Mitspieler zu suchen. Ist zudem ungeduldig, läuft ein Spiel nicht oder gefällt ihm eine Schiedsrichter-Entscheidung nicht, fällt der 31-Jährige oft durch ausgiebiges Lamentieren auf. Auch die Unterstützung für seine Teamkollegen in der Defensive ist nicht immer vorbildhaft.

PERSÖNLICHKEIT: GRIEZMANN: Das Party-Image ist passé. Griezmann hat sich in jeder Hinsicht in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Seit er 14 ist, spielt er in Spanien Fußball. An die französische Lebensweise muss er sich immer wieder neu gewöhnen. Auf dem Platz keiner, der eine große Show abzieht.

RONALDO: Kaum ein Spieler polarisiert so sehr wie er. Gilt oft als arroganter Schnösel, andere sehen in ihm einen Vollblutprofi. Fiel bei der EM mit abwertenden Kommentaren gegen Island auf, warf ein Reporter-Mikrofon in einen See. Sorgte mit seinem entspannten Umgang mit aufdringlichen Fans auf dem Platz aber auch für positive Szenen.

EM-LEISTUNGEN: GRIEZMANN: Traf für Frankreich bei der EM alle 72,5 Minuten, ist mit bislang sechs Treffern mit Abstand bester Torschütze. Jeder zweite seiner Schüsse, die aufs Tor gehen, ist auch drin. Zudem legte er seinen Teamkollegen zwei Treffer auf. 84 Prozent der Pässe des Offensivspielers kamen an.

RONALDO: Erzielte bei dieser EM bislang drei Tore, stand dafür mit 600 Minuten aber deutlich länger auf dem Platz als Griezmann. Traf alle 200 Minuten, gab zudem drei Torvorlagen. Mit mehr als 45 Schüssen der Fleißigste, jedoch auch extrem ineffizient. Seine Passquote von 88 Prozent ist ein starker Wert.
Bis in die Verlängerung boten Kroatien und Portugal am Samstagabend im EM-Achtelfinale Fußball zum Abgewöhnen. Kurz vor dem Ende gelang Cristiano Ronaldo und Co. doch noch die Erlösung. Die Ausgangslage scheint nun günstig wie nie.

Lens (dpa) - Fast entschuldigend nahm Cristiano Ronaldo seinen Real-Madrid-Kollegen Luka Modric nach dem EM-Viertelfinaleinzug in den Arm. Statt der hochgelobten Kroaten hat nun Portugal eine fast schon historische Chance, bei der Fußball-Europameisterschaft durchzustarten. «Portugal ist jetzt der neue Favorit. Sie können es bis ins Finale schaffen», erklärte Kroatiens Trainer Ante Cacic nach dem 0:1 (0:0) nach Verlängerung am Samstag im Achtelfinale in Lens.

Dies klingt eigentlich absurd, so harmlos war der Auftritt des Teams von Superstar Ronaldo, der immer noch auf seinen ersten Titel mit dem Nationalteam hofft. Doch als sich alle in einem erschreckend schwachen und extrem langweiligen Spiel schon auf Elfmeterschießen eingestellt hatten, ebnete Ronaldo seiner Mannschaft doch den Weg ins Viertelfinale. Seinen Torschuss in der 117. Minute - der erste überhaupt von Portugal im gesamten Spiel - konnte Kroatiens Keeper Danijel Subasic nur abklatschen. Der eingewechselte Ricardo Quaresma vollendete und köpfte den Vize-Europameister von 2004 zum sechsten Mal in Serie in die Runde der letzten Acht bei einer EM.

«Wir haben 120 Minuten hervorragend verteidigt – und dann im richtigen Moment zugeschlagen», sagte der Angreifer von Besiktas Istanbul. Da sich die großen Teams Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich alle in der anderen Turnierhälfte befinden, scheint die Situation für Ronaldo und Co. günstig, tatsächlich bis ins Endspiel zu marschieren. Nächster Gegner ist am Donnerstag in Marseille nun zunächst Polen. «Es gibt keine einfachen Gegner mehr in diesem Turnier. Polen hat ein starkes Team, wir müssen wieder unser Bestes geben», sagte Abwehrspieler Cedric Soares.

Die gute Ausgangslage für Portugal scheint auch nach den Eindrücken vom Samstag geradezu grotesk. Mit dem vierten Unentschieden im vierten Spiel nach 90 Minuten steht das Team von Trainer Fernando Santos nun im Viertelfinale. Wie ein Titelanwärter spielte Portugal bislang noch in keinem Spiel. Am Mittwoch quälten beide Teams die Zuschauer mit ihrer Zerstörungstaktik. «Wir haben versucht, das Spiel zu machen, aber Kroatien hat uns nicht gelassen. Und Kroatien hat versucht, das Spiel zu machen, aber wir haben sie auch nicht gelassen», meinte Portugals Coach Santos.

Die nach ihren starken Leistungen in der Vorrunde und dem 2:1 gegen Titelverteidiger Spanien eigentlich favorisierten Kroaten waren am Ende fassungslos. «Wir sind sehr enttäuscht und wir alle wissen, das war die große Chance dieser Generation», sagte Abwehrspieler Vedran Corluka und Trainer Ante Cacic meinte: «Wir hatten eine große Chance bei diesem Turnier.» Die hat nun Portugal.