Spanien: Wegen Unwetter Totalausfall auf 56 000 Hektaren

0
575
Neben den Ernteausfällen werden auch die Schäden an landwirtschaftlicher Infrastruktur teuer werden. (Bild spanischer Bauernverband Asaja)

Der spanische Bauernverband Asaja hat nach den starken Unwettern mit extremen Regenfällen im Osten und Südosten Spaniens jetzt eine erste konkrete Schadensschätzung vorgelegt.

Demnach belaufen sich die Verluste für den Agrarsektor insgesamt auf rund 550 Mio Euro. Auf einer Anbaufläche von 56 060 ha sei ein Totalschaden zu verzeichnen, berichtete Asaja in Madrid.

305 Millionen Euro Ausfall für Bauern

Dieser zieht nach seinen Berechnungen unmittelbare Erlösausfälle für die Landwirte in Höhe von 305 Mio Euro nach sich. Hinzu kämen Einbußen für die Exporteure von 245 Mio Euro. Darüber hinaus müsse noch der „immense Schaden“ hinzugerechnet werden, der an der landwirtschaftlichen Infrastruktur entstanden sei. Allein im Gemüseanbau bezifferte Asaja die betreffenden Kosten auf 139 Mio Euro, bei Zitrusfrüchten auf 78 Mio Euro.

Hilfe für Landwirte gefordert

Angesichts der „sehr ernsten“ Situation in der Landwirtschaft forderte Asaja die Madrider Zentralregierung auf, den Bauern unverzüglich Liquiditätshilfen zukommen zu lassen. Anderenfalls seien viele Landwirte zur Betriebsaufgabe gezwungen. Dazu müsste das betroffene Areal zum Katastrophengebiet erklärt werden. Insgesamt benötige die Landwirtschaft 500 Mio Euro an Soforthilfen von der Regierung.

Kaum Ernteversicherungen abgeschlossen

Der spanische Bauernverband sieht angesichts der Schäden ansonsten den Generationenwechsel und die Kontinuität der landwirtschaftlichen Tätigkeit in den betroffenen Regionen in Gefahr. Asaja zufolge liegt die Abdeckungsquote des Wintergemüseanbaus bei Ernteversicherungen mangels deren Attraktivität bei weniger als 7 %. Somit seien in diesem Fall „ausnahmsweise zusätzliche Maßnahmen“ völlig gerechtfertigt.