Spanien: Thomas-Cook-Pleite ist ’sehr harter Schlag‘

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Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook

Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat in Spanien bei Tausenden ausländischen Gästen und in der Tourismusbranche des Landes grosse Sorgen ausgelöst. Für das Land habe die Pleite „sehr negative Auswirkungen“, sagte Tourismus-Ministerin María Reyes Maroto am Montag in Madrid. Sie sei mit den Hotelierverbänden in Kontakt, um Strategien zu erarbeiten. Auch auf Mallorca war man alarmiert. „Das ist ein sehr harter Schlag für die (Balearen-)Inseln“, sagte der für Tourismus zuständige Regionalminister Iago Negueruela dem Radiosender SER. Der finanzielle Schaden sei noch gar nicht abzuschätzen. Der Minister machte die britische Regierung für das Scheitern eines Rettungsabkommens verantwortlich.

Im gesamten Land seien am Montag 46 Flüge von Thomas Cook ausgefallen, teilte die spanische Flughafenverwaltungsgesellschaft Aena mit. Jeweils fünf Starts und fünf Landungen wurden auf Mallorca gestrichen. Im Flughafen von Palma de Mallorca sei es aber vorerst ruhig geblieben, berichteten Regionalzeitungen. Angereiste Vertreter der britischen Luftfahrtbehörde hätten die Betroffenen informiert, beruhigt und ihnen eine baldige Rückreise in die Heimat zugesichert, berichtete die Zeitung „Diario de Mallorca“.

Nach verschiedenen Schätzungen waren in Spanien 25 000 bis 30 000 Touristen vor allem aus Grossbritannien, aber auch aus Deutschland und anderen Ländern betroffen. Mit Thomas Cook waren im vergangenen Jahr rund 3,6 Millionen Touristen nach Spanien gereist. Vor allem auf die Balearen und Kanaren sowie nach Andalusien, Valencia und Katalonien. In Spanien betrieb der britische Konzern zuletzt 45 Hotels. „Man hat uns bisher nichts gesagt. Auch nicht, was wir mit den Gästen machen oder ihnen sagen sollen. Wir sind in grosser Sorge“, sagte ein Hotelgeschäftsführer auf Mallorca der Deutschen Presse-Agentur.