Klebrig-süße Leckerei aus Spanien: „Ohne Turrón ist nicht Weihnachten“

0
9735

Sie denken, Lebkuchen ist süß? Dann haben Sie wohl noch nie Turrón probiert. Die Nascherei aus Mandeln und Zucker klebt herrlich zwischen den Zähnen und ist DIE Weihnachtssüßigkeit in Spanien.

Alba liebt Turrón in der Weihnachtszeit, seitdem sie ein Kind ist: „Turrón gab es immer bei uns zu Hause, die Supermärkte sind gerade voll davon. Zu jedem Essen gehört in diesen Tagen Turrón als Nachtisch, sonst ist nicht Weihnachten.“ Dass Turrón eine Wintersüßigkeit ist, liegt vor allem an der Hauptzutat, den Mandeln. Sie werden im Herbst geerntet und müssen danach zügig verarbeitet werden.

Frischer Turrón kommt daher pünktlich zur Weihnachtszeit in die Läden, zum Beispiel in das Geschäft von Elena Mira in Madrid: „Turrón passt auch gut in den Winter, weil Mandeln eine sehr nahrhafte, energiereiche Zutat sind. Man isst sie gerne, wenn es kalt ist. Nicht so sehr im Sommer, ähnlich wie Schokolade. Die tauscht man, wenn es warm ist, ja auch lieber gegen ein Eis.“ Zur Weihnachtszeit allerdings verdrücken die Spanier im Schnitt etwa ein Kilo Turrón.

Wie die meisten spanischen Leckereien, ist auch Turrón sehr süß. Die Araber sollen ihn vor Jahrhunderten nach Spanien gebracht haben, in die Region Alicante. Dort kommt auch Elena her, aus dem Bergdorf Jijona. Kenner sagen, in dem Ort werde der beste Turrón hergestellt, Elenas Familie gehört seit Jahrzehnten zu den Produzenten. Ihr Turrón ist eine weiche, braune Masse: Sie besteht aus gemahlenen Mandeln der Region, aus Honig, Zucker und Eiweiß. Das genaue Mischungsverhältnis verrät Elena nicht, Familiengeheimnis.

In ihrem Laden in Madrid liegt der Jijona-Turrón wie ein Stück Fleisch in der Auslage; Elena schneidet für ihre Kunden Scheiben ab und wiegt sie grammgenau. „Herrlich, ein exzellentes Produkt“, sagt Elena und strahlt dabei so, dass man ihr die Freude wirklich abnimmt.

Sie bietet in ihrem Geschäft auch eine andere Variante des Turrón an, die bekanntere: den „Turrón Alicante“. Er ist weiß, steinhart und enthält ganze, geröstete Mandeln. „Du musst davon ein Stück abbrechen, es wie ein Bonbon lutschen, bis sich der Honig etwas löst, und kaust danach die Mandel. Klar, Du kannst nicht gleich reinbeißen wie in ein Brötchen, dann machst Du Dir die Zähne kaputt!“ Neben den klassischen Turrón-Varianten gibt es inzwischen auch viele weitere – mit Nougat, Marzipan, Früchten und Schokolade. In Elenas Laden haben die allerdings nichts zu suchen, sie ist Puristin.